Amin Tabatabaei gewinnt die OIBM 2025 / Auf Wiedersehen am Tegernsee: Termin für 2026 steht schon fest
Alleiniger Tabellenführer war er schon am Tag zuvor. In der Schlussrunde hat Amin Tabatabaei seinen Vorsprung noch ausgebaut: Der Iraner gewann, die Verfolger remisierten. Mit einem Punkt Abstand vor dem Feld triumphierte der Wertungsfavorit bei den Offenen Internationalen Bayerischen Schachmeisterschaften 2025. Seine erste Teilnahme am Tegernsee, gleich der erste Titel. Zudem hat er mit der Letztrundenpartie wieder die 2700-Elo-Marke übersprungen. Mit 2700,3 Elo steht Tabatabaei auf Rang 33 der Live-Weltrangliste.

Turniersieger Amin Tabatabaei (Mitte), umrahnt von Luis Engel und Szymon Gumularz, dem Zweit- und Drittplatzierten. Es gratulierten (von links) Christian Kausch (Geschäftsführer Tegernseer Tal Tourismus), Turnierleiter Peter Rie, Turnierdirektor Sebastian Siebrecht und Christine Zierer, Dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Gmund. | Foto: Sandra Schmidt
Die Partie am ersten Brett ist schnell erzählt. Dominik Horvath deutete früh in der Eröffnung an, dass er sich auf eine Zugwiederholung einlassen würde. Der knapp 150 Elopunkte schwerere Tabatabei wollte davon nichts wissen. Wenig später versuchte Horvath es brachial, ein Figurenopfer auf Chance – das nicht funktionierte. Nach 23 Zügen war es schon vorbei.

Das Figurenopfer auf Chance war couragiert, aber wenig erfolgversprechend. Nach 16…Db6 nebst …0-0-0 ist Schwarz schon aus dem Gröbsten raus.
Dahinter ein knapper Masseneinlauf ins Ziel: Gleich zehn Spieler teilen sich mit sieben Punkten den zweiten Rang, angeführt vom Wertungsbesten Luis Engel, dahinter Szymon Gumularz, die beiden anderen Teilnehmer neben Tabatabaei, denen es im Verlauf des Wettbewerbs für zumindest einen Tag gelungen war, allein an der Spitze zu stehen. Ausschließlich Großmeister haben die 7-Punkte-Marke erreicht.

Taktisches Schmankerl an Brett 19: 15…Lxd4! gewinnt schon fast die Partie. Nach 16.Lxd4 Tad8 17.De3 folgt …Txd4! mit der Idee, …Le5 zu spielen und undeckbar matt zu drohen. Weiß hat kein Gegenmittel.

Schwarz überschätzt, was seine Stellung aushalten kann, und entscheidet sich für eine Abwicklung, an deren Ende er den e4-Bauern „gewinnt“. Allerdings geht es jetzt, beginnend mit 12.Lb5+, für Schwarz zügig den Bach runter.
Den Frauenpreis gewann mit 6,5 Punkten Liya Kurmangalieva aus Kasachstan. Sie wiederholte, was ihr schon im vergangenen Jahr gelungen war: eine IM-Norm, ihre zweite, beide erzielt am Tegernsee. Zwischenzeitlich war sie so gut im Rennen, dass sogar eine GM-Norm möglich schien, aber dafür reichte es nicht ganz.
Auf den Plätzen in der Frauenwertung: Lilit Mkrtchian (Armenien) und Soumya Swaminathan (indien) mit 6,5 bzw. 6 Punkten. Nach Wertung war zwar Alua Nurman knapp vor Swaminathan, aber da sie auch in der U18-Kategorie mitspielte und diese gewann, war ein weiterer Preis in einer anderen Kategorie nicht möglich.
John Heinrich vom SV Lengefeld hat es geschafft, sich doppelt zu belohnen. Mit 6,5 Punkten gewann der FIDE-Meister den Preis in der U2400-Kategorie und, wahrscheinlich wichtiger, erzielte dank seiner 2455-Performance noch dazu eine IM-Norm. Eine weitere Norm gelang Guntaks Aamukhta. Mit 6 Punkten und einer 2274-Performance sicherte sich die 13-jährige Inderin eine WIM-Norm.
Die stets umkämpfte Seniorenkonkurrenz der Über-60-Jährigen wurde anno 2025 Beute eines Stammgastes. FM Martin Forchert sicherte sich mit 6 Punkten den ersten Platz, gefolgt von Werner Plötz und Thomas Raupp.
Ein anderer Stammgast sicherte einen inoffiziellen Preis: Thomas Troidl, womöglich der eifrigste Kletterer im gut 540-köpfigen Feld, wurde von Turnierdirektor Sebastian Siebrecht für seinen Sieg in der Berwertung ausgezeichnet.

Schönheitspreis für Paulus Wohlfart, verliehen von Turnierdirektor Sebastian Siebrecht. | Foto: Sandra Schmidt
Was bleibt? Save the date! Die OIBM 2026 wird stattfinden, das Datum steht schon fest: Vom 31. Oktober bis 8. November 2026 wird der internationale Schachtross einmal mehr am Tegernsee einkehren.








